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Die Rolle der medizinischen Ernährung

Medizinische Ernährung wird in verstärktem Maße als nützliche und zuweilen essentielle Behandlungskomponente angesehen. Die medizinische Ernährung selbst dient nicht der Behandlung einer Erkrankung, wird jedoch verbreitet von Ärzten und Ernährungsberatern als Ergänzung zu traditionellen medikamentösen Therapien eingesetzt sowie als Unterstützung für Patienten, um ihre Situation meistern oder sie bei Kräften halten zu können.

Viele Erkrankungen lassen sich besser behandeln, wenn der Patient eine spezielle Diät erhält, die an die jeweiligen Umstände angepasst ist. In manchen Fällen kann ein verminderter Appetit physische Ursachen haben – z.B. bei Schlaganfall-Patienten, für die das Schlucken schwierig oder unmöglich ist oder bei Kleinkindern mit neurologischen Einschränkungen. Manchmal liegt das Problem möglicherweise nur in der durch Appetitlosigkeit bedingten unzureichenden Nahrungsaufnahme, wie sie häufig bei Tumorpatienten oder sehr alten Menschen vorkommt. Die medizinische Ernährung bietet in diesen Fällen Lösungen und Unterstützung für eine Vielzahl von Pflegesituationen – sei es im Krankenhaus, in der Pflegeeinrichtung oder zu Hause.

In besonderen Fällen, z.B. bei schwerer Kuhmilchallergie (KMA) bei Säuglingen oder bei Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselstörungen, ist die Einhaltung einer speziellen Diät unter ärztlicher Aufsicht unter Umständen nicht nur vorteilhaft, sondern für die Erhaltung eines guten Gesundheitszustandes sogar unerlässlich. Eine hypoallergene Formel ist unter Umständen der einzige Weg zur Beherrschung der quälenden Symptome einer KMA bei Säuglingen, während eine hoch spezialisierte Aminosäure-Formulierung für Menschen mit PKU oder MSUD der Schlüssel zur Aufrechterhaltung des richtigen metabolischen Gleichgewichts sein kann – ein ganzes Leben lang.

Ob zur Behandlung einer generellen Mangelernährung oder einer spezialisierteren Form der Unterstützung bei so unterschiedlichen Leiden wie Diabetes, Sarkopenie, COPD, Dekubitus und sogar auf neurologischem Gebiet – die medizinische Ernährung eröffnet den Ärzten eine größere Anzahl von Therapieoptionen für ihre Patienten und sorgt weltweit für eine bessere Lebensqualität.