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Medizinischer Hintergrund

Medizinische Ernährung auf wissenschaftlicher Basis

In Europa wird Nutrison als diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke eingestuft. Das gesamte Nutrison-Sortiment entspricht hinsichtlich seiner Zusammensetzung der Mikronährstoffe dieser Richtlinie.

Darüber hinaus bilden Leitlinien europäischer und amerikanischer Gesellschaften für parenterale und enterale Ernährung (ESPEN, ASPEN), Metaanalysen, randomisierte kontrollierte Studien, relevante wissenschaftliche Literatur und Expertenmeinungen die Gesamtheit der Nachweise und Informationen, die in die Konzepte und die Zusammensetzung von Nutrison einfließen.

Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, hat Nutricia das Nutrison-Portfolio auf vier Schlüsselelementen aufgebaut:

  • MF6 – Ballaststoffmischung
  • Besondere Mischung aus nicht koagulierenden Proteinen
  • Karotinoidmischung
  • DHA + EPA auf Basis internationaler Empfehlungen

MF6 – Ballaststoffmischung

Was ist MF6?

MF6 enthält sechs sorgfältig ausgewählte Ballaststoffe mit unterschiedlicher Löslichkeit und Fermentierbarkeit in Mengenanteilen, die man bei einer gesunden Ernährung zu sich nimmt.

Worin bestehen die Vorteile der MF6?

In klinischen Studien, in denen die Ballaststoffmischung von Nutricia verwendet wurde, haben sich folgende vorteilhafte Wirkungen gezeigt [1-4]:

  • Verbesserte Darmpassage
  • Prebiotischer Effekt
  • Vermehrte Produktion kurzkettiger Fettsäuren
  • Reduzierte Diarrhoe
  • Reduzierte Obstipation/Anwendung von Laxantien
  • Verbesserte Verträglichkeit, z.B. reduziertes Völlegefühl

In einer Studie an 78 Patienten mit Kopf-Hals-Karzinom, die postoperativ mindestens 10 Tage lang ausschließlich über eine Sonde ernährt wurden, wurde Nutrison Multi Fibre mit einer anderen Sondennahrung verglichen, die nur einen Ballaststoff enthielt. [4]

  • MF6 schien einen positiveren Einfluss auf die Normalisierung der Darmfunktion zu haben als ein Einzelballaststoff
  • In der Gruppe, die Nutrison MF6 erhielt, wurden 1,4 ± 1,48 Tage mit mittelschwerer Diarrhoe gezählt. Bei der Gruppe, die die Sondennahrung mit einem Einzelballaststoff erhielt, waren es 2,63 ± 1,89 Tage (p=0,002) – das bedeutete eine Reduktion der Diarrhoe um 47 % in der MF6-Gruppe.

Hier können Sie die Monographie mit den vollständigen Informationen herunterladen: Importance of fibres and Multi Fibre in enteral nutrition- Clinical Evidence Overview

 

Die neuen Rezepturen von Nutrison enthalten eine besondere Mischung aus nicht koagulierenden Proteinen

Sechs Produktvarianten der Nutrison-Familie enthalten eine besondere Proteinmischung, welche die Magenentleerung verbessern und in Folge Komplikationen wie Erbrechen und Reflux minimieren soll. Molkenproteine und pflanzliche Proteine sind „rasche“, nicht koagulierende Proteine, die schneller verdaut und absorbiert werden als das „langsame“ Protein Casein.[5,6]
In einem in-vitro-Experiment, in dem die Verdauung im Magen simuliert wurde, konnte gezeigt werden, dass die neuartige Proteinmischung nicht koaguliert und darüber hinaus eine nicht koagulierende Sondennahrung ergibt.[5] Eine verbesserte Verträglichkeit im oberen Gastrointestinaltrakt kann zudem das Risiko der Entwicklung einer Pneumonie reduzieren (P=0,01).[7]

Daher ist es das Ziel von Nutrison, die Magenentleerung zu verbessern und das Risiko für Komplikationen im oberen Gastrointestinaltrakt zu senken. Die Proteinmischung entspricht den aktuellen Ernährungsrichtlinien der WHO für den Protein- und Aminosäurebedarf beim Menschen.[6]

 

Karotinoidmischung

Was sind Karotinoide?

Karotinoide haben in mehrerlei Hinsicht eine große gesundheitliche Bedeutung (z.B. antioxidative Kapazität, Wirkung auf die Immunfunktion und Provitamin-A-Aktivität). Die Aufnahme von Karotinoiden im Rahmen einer normalen, ausgewogenen Ernährung wurde mit einem reduzierten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko durch chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht. Allerdings sanken die Plasmaspiegel zirkulierender Karotinoide bei Patienten, die ausschließlich enterale Sondennahrung ohne Supplementierung erhielten, stufenweise ab.[8]

Daher hat Nutricia beschlossen, allen Produkten des Nutrison-Sortiments eine Karotinoidmischung aus Karotinen, Lycopin, Lutein und Zeaxanthin zuzusetzen. In einer Studie an Patienten, die im Rahmen einer Langzeit-Sondenernährung Nutrison mit Karotinoidmischung erhielten, zeigte sich ein signifikanter Anstieg der Serumkarotinoide, der in dieser Population mit einer Verminderung des oxidativen Stress assoziiert war.[9]

 

DHA & EPA im neuen Nutrison

Nutrison: Ziel ist die Minimierung des Risikos für koronare Herzkrankheit und entzündliche Komplikationen durch Zusatz von DHA und EPA zur Sondennahrung entsprechend der aktuellen Empfehlungen [13]

  • DHA und EPA helfen dabei, die Produktion entzündungshemmender Substanzen im Gleichgewicht zu halten.[10] Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sind essentielle, langkettige n-3-Fettsäuren, die in Fischöl vorkommen
  • Dies sind die beiden n-3-Fettsäuren, die über die Nahrung aufgenommen werden – sie können durch enzymatische Umwandlung im Körper nicht in ausreichenden Mengen verfügbar gemacht werden[10,11]
  • Die Nahrungsaufnahme bestimmt die Zusammensetzung der Zellmembran – ein höherer Anteil an n-3-Fettsäuren beeinflusst die Produktion entzündungshemmender Substanzen[10]

Nutrison enthält DHA + EPA in Mengen, die internationalen Empfehlungen entsprechen.

Nutrison liefert pro Tag 500 mg in 1500ml/1530 kcal DHA und EPA – dies ist der von mehreren Fachgremien wie WHO, ISSFAL und SACN empfohlene Tagesbedarf.[13]

Referenzen

  1. Silk DBA, Walters ER, Duncan HD, Green CJ. The effect of a polymeric enteral formula supplemented with a mixture of six fibres on normal human bowel function and colonic motility. Clin Nutr 2001:20:49–58.
  2. Guimber D, Bourois B, Beghin L, Neuville S, Pernes P, Descamp G, Seignez B, Knol J, Roynette CE, Gottrand F. Effect of a fibre-enriched versus a standard pediatric tube feed on the intestinal flora, gastrointestinal function and nutritional status of 7–12 year old children. Presented at ESPGHAN 2007.
  3. Trier E, Wells JCK, Thomas AG. Effects of a multifibre supplemented paediatric enteral feed on gastrointestinal function. J Pediatr Gastroenterol Nutr 1999; 27:595 (abstract).
  4. Wierdsma NJ, Kruizenga HM, Droop A, Arjaans W, Stok A, van Bokhorst-de van der Schueren M. Comparison of two tube feeding formulas enriched with guar gum or mixed dietary fibres. Ned Tijdsch Dietisten 2001; 56:243–7.
  5. C. van den Braak et al. PP385 A Novel protein mixture constitutes a non coagulating tube feed. Clinical Nutrition Supplements. 2010; 5 (2): 173-174.
  6. FAO/WHO/UNU Expert Consultation on Protein and Amino Acid Requirements in Human Nutrition (2002: Geneva, Switzerland). Protein and amino acid requirements in human nutrition: report of a joint FAO/WHO/UNU expert consultation. 2007; WHO technical report series; no. 935.
  7. Mentec H et al. Upper digestive intolerance during enteral nutrition in critically ill patients: frequency, risk factors, and complications. Crit Care Med 2001; 29:1955–61.
  8. Henderson et al. Prolonged tube feeding in long-term care: nutritional status and clinical outcomes. J Am Coll Nutr. 1992 Jun; 11(3): 309-25.
  9. Vaisman et al. Enteral feeding enriched with carotenoids normalizes the carotenoid status and reduces oxidative stress in long-term enterally fed patients. Clin Nutr. 2006 Dec; 25(6):897-905.
  10. Arterbrun LM et al. Distribution, interconversion, and dose response of n-3 fatty acids in humans. Am J Clin Nutr 2006:83(6 Suppl): 1467S–1476S.
  11. Brenna JT et al. International Society for the Study of Fatty Acids and Lipids, ISSFAL, AFFSA, CNERNA & CNRS among others. Alpha-Linolenic acid supplementation and conversion to n-3 long-chain polyunsaturated fatty acids in humans. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 2009:80:85–91.
  12. Calder PC. Long-chain n-3 fatty acids and inflammation: potential application in surgical and trauma patients. Braz J Med Biol Res 2003; 36(4): 433–446.
  13. Kris-Etherton PM et al. Dietary reference intakes for DHA and EPA. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 2009; 81:99–104. 5. ISSFAL (2004). Recommendations for intake of polyunsaturated fatty acids in healthy humans.