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Gedeihstörung / Unterernährung

Eine Gedeihstörung (Verzögerung der körperlichen Entwicklung) tritt im Kindesalter auf. Definitionsgemäß liegt bei einer Gedeihstörung die Wachstumsrate unter dem für das Alter und das Geschlecht des Kindes angemessenen Wert,[1] wobei Größe, Gewicht und Kopfumfang betroffen sein können.[1] Bei 1-5 % der stationär aufgenommenen Kinder unter 2 Jahren ist eine Gedeihstörung die Ursache; in der pädiatrischen Population wird die Inzidenz mit bis zu 21 % angegeben.[2,3]

Faltering growthEine Gedeihstörung im Kindesalter ist durch Mangel-/Unterernährung verursacht(b), die für gewöhnlich als Folge einer Erkrankung und/oder anderer Zustände auftritt. Beispielsweise besteht bei Kindern mit Verbrennungen, zystischer Fibrose, Krebserkrankungen, kongenitaler Herzkrankheit, chronisch entzündlicher Darmerkrankung, Lebererkrankung, neurologischen Behinderungen, metabolischem Stress, Kurzdarmsyndrom etc. ein Risiko für eine Gedeihstörung; sie kann jedoch ebenso während eines Klinikaufenthalts auftreten. Studienergebnisse zeigen, dass bei Kindern mit Erkrankungen für rund 40 % das Risiko einer Unterernährung besteht, da die Erkrankung häufig zu einer unzureichenden Nährstoffaufnahme, einem gesteigerten Nährstoffbedarf und/oder erhöhten Nährstoffverlusten führt.[4]

Neben einer Gedeihstörung kann Unterernährung weitere schwerwiegende Kurz- und Langzeitfolgen auf die kindliche Entwicklung haben, z.B. Entwicklungsverzögerungen, gastrointestinale Dysfunktion, erhöhtes Infektionsrisiko sowie Defizite im Bereich der kognitiven Fähigkeiten und der sozialen/emotionalen Kompetenz.[5] Ein Screening auf Unterernährung ist daher wichtig, um sicherzustellen, dass Kinder frühzeitig eine Behandlung erhalten, mit der Wachstum und Entwicklung optimiert werden können.

Es gibt keine einzelne Ernährungstherapie, die auf sämtliche pädiatrischen Patienten zugeschnitten ist. Die Art der Ernährungsintervention hängt vom Alter, der klinischen Situation, der Absorptions- und Verdauungsleistung, der oralen Nahrungsaufnahme, dem Grad der Aktivität und der Toleranz des Kindes sowie der Durchführbarkeit ab. Mögliche Ernährungstherapien sind diätetische Beratung, Trinknahrung und enterale Sondenernährung.[5] Mithilfe der Ernährungstherapie sollen ausreichende Mengen an Energie und Nährstoffen zur Optimierung des Wachstums und der Entwicklung zur Verfügung gestellt werden. Dabei sollen fettfreie Masse und Körperzusammensetzung bei Minimierung der gastrointestinalen Symptome erhalten bleiben, womit ein der Entwicklung entsprechendes Ernährungsverhalten unterstützt und die Lebensqualität erhöht wird.[6-8]

Fußnoten
(b)  Mangelernährung ist definitionsgemäß ein Zustand, der sich entwickelt, wenn der Körper nicht die richtige Menge an Makro- und Mikronährstoffen erhält, die er für die Aufrechterhaltung der Gewebe- und Organfunktionen benötigt. Sowohl unter- als auch überernährte Personen können davon betroffen sein. Eine Unterernährung entsteht, wenn zu wenig essentielle Nährstoffe aufgenommen werden bzw. wenn sie rascher verdaut oder ausgeschieden werden als sie ersetzt werden können. Auch eine Stoffwechselstörung, die eine normale Nährstoffverwertung verhindert, kann die Ursache sein. TheFreeDictionary by Farlex, Inc. (http://www.thefreedictionary.com)
 

Referenzen

  1. Bithoney WG, Rathbun JM. Failure to thrive. In: Levine M, Carey W, Crocker A, Gross RT, eds. Developmental-behavioral pediatrics. WB Saunders, Philadelphia, PA,1983:557-72.
  2. Sullivan PB. Commentary: The epidemiology of failure-to-thrive in infants. Int J Epidemiol 2004;33:847-8.
  3. Blair PS, Drewett RF, Emmett PM, et al. Family, socioeconomic and prenatal factors associated with failure to thrive in the Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC). Int J Epidemiol 2004;33:839-47.
  4. Stratton RJ, Green CJ, Elia M. Disease-related malnutrition: an evidence-based approach to treatment. Cabi Publishing, UK, 2003
  5. Kleinman RE (ed). Failure to thrive. In: Pediatric Nutrition Handbook. Policy of the American Academy of Pediatrics. Elk Grove Village, 6th edition 2009:601.
  6. Joeckel RJ, Phillips SK. Overview of infant and pediatric formulas. Nutrition in Clinical Practice 2009;24:356-62.
  7. Marchand V, Baker SS, Baker RD. Enteral nutrition in the pediatric population. Gastrointest Endoscop Clin N Am 1998;8:669-703.
  8. Baker S. Enteral nutrition in pediatrics. In: Rombeau JL, Rolandelli RH (eds). Clinical Nutrition. Enteral and tube feeding. WB Saunders Company, Philadelphia,1997:349-67.