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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und andere Kolitisformen (Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, CED) bleiben weiterhin eine häufige Morbiditätsursache und beeinflussen dadurch die Lebensqualität des Kindes. Morbus Crohn tritt eher bei größeren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Ein zweiter Inzidenzgipfel wird im 5.-7. Lebensjahrzehnt beobachtet, obwohl Personen jeden Alters von dieser Erkrankung betroffen sein können.[1,2] In Nordamerika leiden zwischen 400.000 und 600.000 Personen an Morbus Crohn.[3] Für Nordeuropa wurde die Prävalenz auf 27-48 Fälle pro 100.000 Personen geschätzt.[4] Colitis ulcerosa tritt in den Vereinigten Staaten bei 35-100 von 100.000 Personen auf.[5,6]

Die der CED zugrundeliegende Ätiologie und Pathogenese bleibt zum größten Teil unbekannt, man nimmt jedoch an, dass die Erkrankung aus einer Interaktion zwischen genetischer Prädisposition, Umweltfaktoren und Immunantwort des Organismus entsteht.[7]
Die Auswirkungen einer CED auf die Ernährung können beträchtlich sein; betroffene Kinder werden mit Bauchschmerzen und Diarrhoe, aufgrund der reduzierten Nährstoffaufnahme häufig auch in einem äußerst schlechten Ernährungsstatus vorgestellt. In Kombination mit einem erhöhten Verlust an Proteinen und Mikronährstoffen (z.B. Zink) führt dies zu Gewichtsverlust, reduzierten Wachstumsraten, verzögertem Eintreten der Pubertät und einer Anämie, die oftmals nicht auf Nahrungseisen anspricht.[8] Wenn eine CED während der Pubertät auftritt, entstehen weitere Komplikationen, da der wachstumsbedingte Nährstoffbedarf ansteigt.[8]

Die American Academy of Pediatrics empfiehlt für alle pädiatrischen CED-Patienten eine gut ausgewogene Diät, die alle Nährstoffe enthält und den Referenzangaben für die Nährstoffaufnahme nach Geschlecht und Alter entspricht.[2] Die enterale Ernährung wird am häufigsten angewendet, um bei Kindern mit aktivem Morbus Crohn eine Remission zu erzielen.[2] Eine Meta-Analyse, die sich auf randomisierte klinische Studien mit ausschließlich pädiatrischen Patienten beschränkte (5 Studien mit 127 Patienten), ergab, dass die ausschließliche enterale Ernährung ebenso wirksam eine klinische Remission induzierte wie die Anwendung von Kortikosteroiden.[9]

Referenzen

  1. Baumgart DC, Sandborn WJ. Inflammatory bowel disease: clinical aspects and established and evolving therapies. Lancet 2007 12;369(9573):1641-57.
  2. Wu, GY; Marcy LC, Senthil N. Crohn Disease. eMedicine. Retrieved 2010-04-15.
  3. Loftus, EV, Schoenfeld P, Sandborn WJ. The epidemiology and natural history of Crohn's disease in population-based patient cohorts from North America: a systematic review. Alimentary Pharmacology & Therapeutics. 2002;16:51–60.
  4. Bernstein CN, Wajda A, Svenson LW. et al. The epidemiology of inflammatory bowel disease in Canada: a population-based study. Am J Gastroenterol 2006;101:1559–68.
  5. Garland CF, Lilienfeld AM, Mendeloff AI, et al. Incidence rates of ulcerative colitis and Crohn's disease in fifteen areas of the United States. Gastroenterology 1981;81:1115-24.
  6. Cotran RS, Collins T, Robbins SL, et al. Pathologic Basis of Disease. WB Saunders, Philadelphia, PA, 1998.
  7. Niriella MA, De Silva AP, Dayaratne AH, et al. Prevalence of inflammatory bowel disease in two districts of Sri Lanka: a hospital based survey. BMC Gastroenterol 2010;10:32-9.
  8. Kleinman RE (ed). Chronic diarrheal disease. In: Pediatric Nutrition Handbook. Policy of the American Academy of Pediatrics. Elk Grove Village, 6th edition 2009.
  9. Heuschkel RB, Menache CC, Megerian JT, et al. Enteral nutrition and corticosteroids in the treatment of acute Crohn's disease in children. J Pediatr Gastroenterol Nutr 2000;31:8-15.