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Intensivmedizin

Ein signifikanter Anteil kritisch kranker Kinder, die in die pädiatrische Intensivstation (PICU) aufgenommen werden, weisen Ernährungsdefizite auf. Bei unterernährten hospitalisierten Patienten steigen Komplikations- und Mortalitätsrate, Aufenthaltsdauer und Krankenhauskosten an.[1]

Kritische Erkrankungen können möglicherweise den negativen Verlauf einer Ernährungsstörung fördern. Ein jüngeres Lebensalter, längerer Aufenthalt in der PICU, kongenitale Herzkrankheit, Verbrennungen und mechanische Beatmung sind einige der mit Mangelernährung assoziierten Faktoren.[1]

Verbrennungen

Eine wirksame Ernährungstherapie bei Patienten mit Brandwunden erfordert Kenntnisse über die physiologischen und metabolischen Veränderungen, die mit traumatischen Verletzungen einhergehen. Die Ernährungstherapie ist auch an die chirurgische und medizinische Situation des Patienten anzupassen.[2]

Der Nährstoffbedarf der Patienten muss unbedingt gedeckt werden, um die zerstörerischen Effekte von Verbrennungen – z.B. den Verlust fettfreier Masse und den Abbau von Reserven – zu verhindern. Das Nichteinhalten dieser Vorgaben könnte zu einer schlechten Wundheilung, einer negativen Stickstoffbilanz, weiterem Gewichtsverlust, veränderten Immunfunktionen und einem unbefriedigenden Verlauf führen.[3]

Bei Patienten mit Verbrennungen wird heutzutage häufig Sondenernährung, kombiniert mit ergänzender parenteraler Ernährung, angewendet, wobei Letztere in Phasen enteraler Intoleranz und hämodynamischer Instabilität bei septischen Episoden oder postoperativ zum Einsatz kommt.[2] Anhand retrospektiver Analysen wurde die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Vorgehens nachgewiesen – es werden ausreichend Energie und Proteine zur Verfügung gestellt, die Wundheilung wird gefördert und die Mortalitätsrate gesenkt.[4-6]

Prä- und postoperativ

Bei pädiatrischen Patienten verursacht ein chirurgischer Eingriff eine verstärkte (katabole) Stressantwort mit Mobilisierung der Energiespeicher und Verlust an Mikronährstoffen.[7] Die Reaktionen auf Verletzungen sind unterschiedlich und hängen von Alter, Organreife, zugrunde liegendem Ernährungsstatus und Schweregrad der Verletzung ab. Durch eine individuelle, adäquate Ernährungstherapie in der prä- und postoperativen Phase wird die Morbiditäts- und Mortalitätsrate gesenkt.[7]
Die enterale Sondenernährung ist die erste Wahl für eine Ernährungstherapie bei chirurgischen Patienten. Bei einem nicht verwendbaren Gastrointestinaltrakt – z.B. in Fällen, in denen eine enterale Ernährung nicht vertragen wird, bei hämodynamischer Instabilität und akuten Magen-Darm-Blutungen – ist eine parenterale Ernährung angezeigt.[8]

Referenzen

  1. Mehta NM, Duggan CP. Nutritional deficiencies during critical illness. Pediatr Clin North Am 2009;56:1143-60.
  2. Prelack K, Dylewski M, Sheridan RL. Practical guidelines for nutritional management of burn injury and recovery. Burns 2007;33:14-24.
  3. The Burn Resource Centre. Paediatric Burn Nutrition. www.burnsurvivor.com.
  4. Prelack K, Cunningham JJ, Sheridan RL, et al. Energy and protein provisions revisited: an outcomes-based approach for determining requirements. JBCR 1997;18:177–81.
  5. Sheridan RL, Prelack K, Kadilak P, et al. Supplemental parenteral nutrition does not increase mortality in children. JBCR 2000;21:234S.
  6. Cunningham JJ, Lydon MK, Russell WE. Calorie and protein provision for recovery from severe burns in infants and young children. Am J Clin Nutr 1990;51:553–7.
  7. Chwals WJ. Metabolism and nutritional frontiers in pediatric surgical patients. Surg Clin North Am 1992;72:1237-66.
  8. DeBiasse MA, Wilmore DW. What is optimal nutritional support? New Horizons 1994; 2:122-30.