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Kurzdarmsyndrom

Das Kurzdarmsyndrom (KDS) entsteht als Folge einer massiven Dünndarmresektion und führt durch den Verlust an Schleimhautoberfläche zu einer schwerwiegenden Malabsorption.[1] Dieses Syndrom tritt nach chirurgischen Eingriffen bei ausgedehnter nekrotisierender Enterokolitis, Mitteldarmvolvulus, akuter Ischämie, Aganglionose und anderen Erkrankungen des Dünndarms auf.[1]

Der Grad der Malabsorption und des daraus resultierenden Bedarfs an spezieller enteraler und/oder parenteraler Ernährung hängt im Allgemeinen vom Ausmaß der Resektion bzw. der Länge des verbleibenden Darmanteils ab.[2] Sofern Duodenum, distales Ileum und Ileozökalklappe erhalten bleiben, können bis zu 50 % des Darms entfernt werden. Wenn die Ileozökalklappe fehlt, können möglicherweise nicht einmal 25 % des Darms komplikationslos entfernt werden. In solchen Fällen muss – insbesondere zu Beginn – der Hauptanteil der Nährstoffe mittels totaler parenteraler Ernährung zugeführt werden, bis eine Adaptation erfolgt ist.[3,4]

Die Ernährungsempfehlungen können von Klinik zu Klinik variieren und lokale Leitlinien sollten beachtet werden – im Allgemeinen gelten jedoch für pädiatrische KDS-Patienten folgende Ernährungsrichtlinien:[4] (1) Die enterale Ernährung sollte sobald wie möglich nach der Darmresektion eingeleitet und kontinuierlich verabreicht werden, um die intestinale Adaptation zu fördern; (2) als bevorzugte Nahrungsquelle werden (je nach Alter des Kindes) Muttermilch oder eine polymere Standarddiät empfohlen; (3) bei Neugeborenen sollte so bald wie möglich Flaschennahrung (geringes Volumen) gegeben werden, um die Saug- und Schluckreflexe zu stimulieren; wenn Muttermilch oder polymere Produkte jedoch nicht vertragen werden, ist semi-elementare Nahrung die erste Wahl; (4) mit der Verabreichung fester Nahrung kann im Alter von 4 bis 6 Monaten (ggf. korrigiert nach Gestationsalter) begonnen werden, um die oralmotorische Aktivität zu stimulieren und Fütterstörungen zu vermeiden.[5]

Referenzen

  1. Kleinman RE (ed). Chronic diarrheal diseases. In: Pediatric Nutrition Handbook. Policy of the American Academy of Pediatrics. Elk Grove Village, 6th edition 2009:646.
  2. Duro D, Kamin D, Duggan C. Overview of pediatric short bowel syndrome. J Pediatr Gastroenterol Nutr 2008;47(Suppl 1):S33-6.
  3. Mascarenhas MR, Kelsen J. Short-bowel syndrome. In: Schwartz MW, ed. The 5-Minute Pediatric Consult. Lippincott Williams & Wilkins,2008.
  4. Goulet O. Nutritional management of intestinal failure & short bowel syndrome in children. In: Nutritional management of children with  malabsorption/maldigestion with a focus on intestinal failure. International Round Table Discussion Paediatrics, 2009 (Nutricia data on file).
  5. Olieman JF, Penning C, Ijsselstijn H, et al. Enteral nutrition in children with short-bowel syndrome: current evidence and recommendations for the clinician. J Am Diet Assoc 2010;110:420-6.