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Können ältere Kinder Erwachsenennahrung erhalten?

Nahrung für Erwachsene ist im Allgemeinen für Kinder, insbesondere jüngere Kinder, nicht geeignet. Sie hat einen viel höheren Proteingehalt als Kindernahrung und geringere Konzentrationen an spezifischen wachstumsfördernden Nährstoffen. Erwachsenennahrung enthält 16-30% Energie aus Proteinen, während es bei Kindernahrung nur 10-13% sind. Eine von der WHO in Auftrag gegebene Arbeit kam zum Schluss, dass bei Kindern mit mittelgradiger akuter Unterernährung höchstens 15% der Energie aus Proteinen stammen sollten.[1]

 

Erwachsenennahrung kann auch andere Mikronährstoffe in größeren Mengen enthalten. Dies könnte ein Risiko darstellen, z. B. wenn langfristig zu viel Vitamin A und Natrium verabreicht wird. Außerdem sollte der hohe Ballaststoffgehalt der Erwachsenennahrung bedacht werden. Einige Mikronährstoffe können möglicherweise auch die für Kinder empfohlene obere Toleranzgrenze überschreiten. Dies sollte vom Arzt bei der Auswahl von Nahrung für Kleinkinder in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn es um eine langfristige Anwendung geht. Erwachsenennahrung ist für eine unterschiedliche Gruppe von zumeist älteren Personen konzipiert – einer völlig unterschiedlichen (nicht im Wachstum befindlichen) Gruppe mit extrem abweichenden Bedürfnissen.


Schließlich enthält Kindernahrung von Nutricia alle Omega-3-Fettsäuren, die heutzutage für Kinder und auch für Säuglinge als wichtig erachtet werden.[2,3]

 

Referenzen:
1. Shoham J, Duffield A. Proceedings of the World Health Organization/ UNICEF/World Food Programme/United Nations High Commissioner for Refugees Consultation on the management of moderate malnutrition in children under 5 years of age. Food Nutr Bull 2009;30:S464-74.
2. Beblo S, Reinhardt H, Demmelmair H, et al. Effect of fish oil supplementation on fatty acid status, coordination, and fine motor skills in children with phenylketonuria. J Pediatr 2007;150:479-84.
3. Williams CM, Burdge G. Long-chain n-3 PUFA: plant v. marine sources. Proc Nutr Soc 2006;65:42-50.

Welche Begründung gibt es für das Konzept der „altersgemäßen Adaptierung“?

Das Wachstum der Kinder verläuft in den verschiedenen Lebensphasen nicht immer gleich schnell, sie haben daher unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse. Säuglinge und Jugendliche wachsen schnell; ihr Nährstoffbedarf ist daher ebenfalls höher. Säuglinge haben z. B. einen höheren Bedarf (pro kg Körpergewicht) als Kleinkinder und Krabbelkinder, und auch ältere Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse, insbesondere während des Wachstumsschubs in der Pubertät.[1-3] Aus diesem Grund haben wir Produkte für unterschiedliche Wachstums- und Entwicklungsstadien entwickelt – das Konzept der „altersgemäßen Adaptierung".


Beispiele für einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf sind der Bedarf an Energie, Protein, Eisen und Calcium, der zwischen 4-6 und 7-10 Jahren um 15, 50, 50 bzw. 22%, und zwischen 4-6 und 11-14 Jahren um 30, 65, 300 bzw. 100% ansteigt.[1-3] Studien haben gezeigt, dass 20% bis 65% der sondenernährten Kinder – manchmal schon im Alter von sieben Jahren – Erwachsenennahrung erhalten.[4]

 

Daher ist Nutrini sowohl auf jüngere (Nutrini; 8-20 kg Körpergewicht) als auch auf ältere (NutriniMax; 21-45 kg Körpergewicht) Kinder zugeschnitten.

 

Referenzen:
1. Department of Health. Dietary reference values for food, energy and nutrients for the United Kingdom. London. HMSO, 1991 (Report on health and social subjects; 41)
2. FAO/WHO/UNU. Protein and amino acid requirements in human nutrition: report of a joint FAO/WHO/UNU expert consultation. WHO technical report series 935, 2007.
3. Reports of the Scientific Community for Food (Thirty-first series). Nutrient and energy intakes for the European community. Luxembourg. Commission of the European Communities, 1993
4. Evans S, Daly A, Davies P, MacDonald A. The nutritional intake supplied by enteral formulae used in older children (aged 7-12 years) on home tube feeds. J Hum Nutr Diet. 2009;22:394-9.
 

Welche Vorteile bieten im Handel erhältliche Produkte zur enteralen Ernährung gegenüber Mischungen?

Die Anwendung von Fertignahrung (Commercially Prepared Feeds, CPF) bietet gegenüber selbst hergestellter Nahrung oder gemischter Sondennahrung (Blenderised Tube Feeds, BTF) einige Vorteile. Dazu zählen z. B. mikrobielle Sicherheit, Nährstoffgehalt und Viskosität.[1] In einer Studie von Mokhalalati und Mitarbeitern wurden von August bis November 1999 insgesamt 18 Proben von BTF aus 3 verschiedenen Kliniken genommen.[1]

 

Die Autoren stellten fest, dass die Variabilität der Makronährstoffe in den BTF im Durchschnitt zwischen 16 und 50% lag. Ferner betrug der kcal-Wert in zwei der drei Kliniken zwischen 400 und 680 kcal – angestrebt wurden jedoch 1000 kcal; dies lässt darauf schließen, dass diese Mischungen bezüglich der kcal und Makronährstoffe nicht den Vorgaben entsprechen, was für kranke Kinder Konsequenzen haben könnte. Der Unterschied im Mineralstoffgehalt betrug je nach Klinik 18-27%, im Vitamingehalt 20-25%. Außerdem wurde für 12 der in den BTF vorhandenen Nährstoffe eine signifikante Differenz zwischen der tatsächlichen und der angegebenen Zusammensetzung festgestellt, während in der CPF der Unterschied zwischen den tatsächlichen und den angegebenen Konzentrationen lediglich 10% betrug. Die BTF hatten eine signifikant höhere Osmolalität (2-fach: 306-912 mOsmol/kg H2O) und Viskosität (200-fach: 4,99-16,897cP) als das CPF. Ferner war die Zahl der Mikroorganismen in den BTF während einer vierstündigen Testphase signifikant höher (p < 0,0005). In den BTF-Proben wurden 16 verschiedene Organismen gefunden, darunter einige bekannte Pathogene, die mit einem negativen klinischen Verlauf assoziiert waren. Bei allen BTF wurde ein gewisser Gehalt an aeroben Bakterien festgestellt, während 86% Werte über >104  KBE/g aufwiesen (Leitlinien für Fertignahrung geben einen Grenzwert von 104 KBE/ml für die Gesamtkeimzahl an[2], der vorgeschlagene Maximalwert für den Gehalt an coliformen Keimen in Rohmilch ist 10 KBE/ml[3,4]). Im Vergleich dazu lagen die Werte aller CPF-Proben unter 10 KBE/ml. Eine unausgewogene Nährstoffversorgung, inakzeptabel hohe Osmolalität, hohe Viskosität und eine große Anzahl an Mikroorganismen können sich unter Umständen negativ auf die Gesundheit von Kindern auswirken, die therapeutische Diäten erhalten. Dies spricht für die vorteilhafte Rolle der CPF im Hinblick auf die enterale Ernährung von pädiatrischen Patienten.

 

Referenzen:
1. Mokhalalati JK, Druyan ME, Shott SB, et al. Microbial, nutritional and physical quality of commercial and hospital prepared tube feedings in Saudi Arabia. Saudi Med J 2004;25:331-41.
2. CFSAN (Center for Food Safety and Applied Nutrition) 1998. Food Compliance Program. Medical Foods – Import and Domestic, US Food and Drug Administration (FDA). Available from: http://vm.cfsan.fda.gov/~comm/cp21002.html Acces.sed Feb 11, 2004.
3. Silliker JH, Elliott RP, eds. Milk and milk products. In: Microbial ecology of foods, Vol. II. Academic Press, New York (NY),1980:486.
4. Anderton A, Howard JP, Scott DW. Microbial control in enteral feeding: a guidance document. The Parenteral and Enteral Nutrition Group. The British Dietetic Association, London (UK), 1986:4.