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Dysphagiemanagement

Zur Versorgung eines Dysphagie-Patienten ist ein multidisziplinäres Team von Spezialisten erforderlich. Je nach Grunderkrankung und Schweregrad der Dysphagie stehen unterschiedliche Behandlungsoptionen – medizinisches, chirurgisches und/oder Verhaltensmanagement – zur Verfügung[1].

Medizinisches Management

Das medizinische Management einer Dysphagie beinhaltet diätetische Modifikationen (z.B. eine spezielle Diät, Regulierung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme oder Wahl des Verabreichungswegs) und/oder eine pharmakologische Behandlung[1].

Verhaltensmanagement

Eine Nahrungsmodifikation zählt zu den am häufigsten angewendeten Verhaltensinterventionen im Rahmen des Dysphagiemanagements[1] und basiert zumeist auf einer Veränderung der Konsistenz (Viskosität) von fester und flüssiger Nahrung, um:

  • die Geschwindigkeit zu verändern, mit der die Nahrung den Pharynx passiert
  • das Schlucken zu unterstützen
  • das Aspirationsrisiko zu senken
  • eine optimale Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung zu erzielen

Je nach Grunderkrankung und Kategorie der Dysphagie unterscheidet sich die empfohlene Viskosität für Speisen und Getränke von Patient zu Patient. Ein Logopäde ermittelt den Grad der Viskosität und die Menge, die der Patient schlucken kann.
 

Beispiele für die Viskosität von Speisen und Getränken
Einstufung der Speisen Konsistenz der Speisen
Verflüssigt / dünnflüssiger Brei Homogene Konsistenz, die ihre Form nach dem Anrichten verliert
Dicker Brei / locker und weich Verdickte homogene Konsistenz, die ihre Form nach dem Anrichten behält und sich beim Schlucken nicht in flüssige und feste Bestandteile trennt
Weich / fein gehackt Weiche Nahrung mit zusammenhängender Konsistenz, die ein wenig Kauen erfordert
Gehackt / normal Normale Speisen unterschiedlicher Konsistenz, die gekaut werden müssen, ohne Partikel, die eine Erstickungsgefahr darstellen

 

Einstufung der Getränke Konsistenz der Flüssigkeit Nutricia-Standards für die Viskosität
(mPa.s bei 50/s-1)
Stufe 1
Sirupartige Konsistenz
Kann durch einen Strohhalm getrunken werden
Kann auf Wunsch oder Anweisung aus einer Tasse getrunken werden
Hinterlässt eine dünne Schicht auf der Rückseite des Löffels
450 +/- 200 mPa.s
Stufe 2
Honigartige Konsistenz
Kann nicht durch einen Strohhalm getrunken werden
Kann aus einer Tasse getrunken werden
Hinterlässt eine dicke Schicht auf der Rückseite des Löffels
1200 +/- 400 mPa.s
Stufe 3
Puddingartige Konsistenz
Kann nicht durch einen Strohhalm getrunken werden
Kann nicht aus einer Tasse getrunken werden
Muss mit einem Löffel gegessen werden
3000 +/- 1000 mPa.s

Die angestrebte Konsistenz von Speisen und Getränken kann mit Hilfe von Dickungsmitteln oder gebrauchsfertigen angedickten Speisen und Getränken erreicht werden. Nutricia bietet ein komplettes Nahrungssortiment in verschiedenen Konsistenzstufen.

Das Verhaltensmanagement kann auch an der Wiederherstellung des Schluckvermögens und an Kompensationsstrategien ansetzen. Übungsprogramme können dabei helfen, spezielle Muskeln zu trainieren, die am Schluckvorgang beteiligt sind. Menschen mit Schluckstörungen können auch lernen, auf andere Weise zu schlucken, indem sie z.B. ihre Kopfhaltung verändern.

Chirurgisches Management

In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff möglich[1].

 

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter www.nutilis.at
 

Referenzen

  1. Groher ME, Bukatman R. The prevalence of swallowing disorders in two teaching hospitals. Dysphagia 1986 1. 3-6.