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Was ist Dysphagie?

Definition

Als Dysphagie werden alle Störungen im Rahmen des Schluckvorgangs bezeichnet, welche die sichere Passage von fester oder flüssiger Nahrung vom Mund zum Magen verhindern[1]. Dabei handelt es sich um ein häufiges Leiden, das bei vielen Patiententypen in Zusammenhang mit den verschiedensten physischen und psychischen Erkrankungen auftritt.

Wie entsteht eine Dysphagie?

Der Mund und die Zunge spielen beim Schluckvorgang eine wichtige Rolle. Wenn die Muskeln im Mund oder in der Zunge geschwächt oder unkoordiniert sind, besteht die Gefahr, dass geschluckte Speisen oder Getränke in die Lunge statt in den Magen geraten. Dies kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Verschiedene Kategorien

Dysphagie lässt sich in 4 Kategorien (von am häufigsten bis am seltensten) einteilen[1]:

  • Oropharyngeal: Störung der Passage des Nahrungsbolus aus der Mundhöhle in den zervikalen Ösophagus
  • Ösophageal: Störung der Ösophaguspassage von fester/flüssiger Nahrung
  • Ösophagogastral: Störung der Nahrungspassage vom Ösophagus in den Magen aufgrund einer motorischen oder physikalischen Obstruktion.
  • Paraösophageal: Physikalischer Aufprall auf der Ösophaguswand oder deren Infiltration mit resultierender Obstruktion

Weltweite Prävalenz

Dysphagie ist generell das Anzeichen einer Grunderkrankung und kann mit den verschiedensten Diagnosen assoziiert sein[2]. Die häufigsten Primärdiagnosen sind neurologische Erkrankungen, Krebserkrankungen und altersbedingte physiologische Veränderungen[3].


Abbildung: Weltweite Prävalenz der Dysphagie [4,5,6,7,8]

Referenzen

  1. Wolf DC. Clinical Methods: The History, Physical, and Laboratory Examinations; Chapter 82 Dysphagia Stoneham (MA): Butterworth Publishers ; c1990.
  2. Groher ME, Bukatman R. The prevalence of swallowing disorders in two teaching hospitals. Dysphagia 1986 1. 3-6.
  3. Schumacher S.,  Müller M. Schweiz Med Forum 2007;7:130-134
  4. Lieberman AN, Horowitz L, Redmond P, Pachter L, Lieberman I, Leibowitz M. Dysphagia in Parkinson's disease. Am J Gastroenterol. 1980 Aug;74(2):157-60.
  5. Perry L, Love CP. Screening for dysphagia and aspiration in acute stroke: a systematic review. Dysphagia. 2001 Winter;16(1):7-18.
  6. Easterling, C and Robbins, E. Dementia and dysphagia. Geriatr Nurs. 2008;29(4):275-285.
  7. Kalia M. Dysphagia and aspiration pneumonia in patients with Alzheimer's disease. Metabolism. 2003 Oct;52(10 Suppl 2):36-8.
  8. García-Peris P, Parón L, Velasco C, de la Cuerda C, Camblor M, Bretón I, Herencia H, Verdaguer J, Navarro C, Clave P. Long-term prevalence of oropharyngeal dysphagia in head and neck cancer patients: Impact on quality of life. Clin Nutr. 2007 Dec;26(6):710-7.